27.04.2006

Quelle: AC Research
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transtec Vorstandsinterview

Die transtec AG (ISIN DE0007241424/ WKN 724142) hat sich im Verlauf ihrer mehr als 25-jährigen Firmengeschichte als internationaler Anbieter von professionellen IT-Systemen etabliert. Nach hohen Verlusten in den Geschäftsjahren 2003 und 2004 konnte das Unternehmen zwischenzeitlich erfolgreich restrukturiert werden. AC Research führte das folgende Interview mit Herrn Axel Queck und Herrn Ertu Uysal, Vorstände der transtec AG:

AC Research: Guten Tag, Herr Queck, guten Tag Herr Uysal. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 konnte die transtec AG trotz eines Umsatzrückgangs von 2% auf 61,483 Millionen Euro beim EBIT nach einem Vorjahresverlust von 8,743 Millionen Euro mit einem Überschuss von 0,329 Millionen Euro den Turnaround erreichen. Sind Sie mit den erzielten Ergebnissen zufrieden?

Axel Queck: Wir hatten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005 ein ausgeglichenes Ergebnis angekündigt und wir haben Wort gehalten. Insofern sind wir mit den erreichten Zahlen insgesamt zufrieden. Der leichte Umsatzrückgang war für mich persönlich ärgerlich und stellt für mich den einzigen kleinen Makel im Rahmen der Geschäftszahlen dar.

AC Research: Worauf war dieser Umsatzrückgang zurückzuführen?

Axel Queck: Dies war auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen führte Verunsicherung hinsichtlich der weiteren wirtschaftspolitischen Entwicklung nach der Ankündigung von Neuwahlen in Deutschland zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung im vergangenen Sommer. Nachdem sich die Bildung einer Großen Koalition in Berlin immer mehr abzeichnete, wich diese Verunsicherung. In der Folge kam es ab Ende Oktober zu einem deutlichen Nachfrageaufschwung. Dieser fiel so intensiv aus, dass es zu Marktengpässen z. B. bei Prozessoren kam. Dies hatte wiederum zur Folge, dass sich bei uns einige Auslieferungen auf Anfang 2006 verschoben haben. Des Weiteren haben wir unsere Beteiligung an der Lapistor im Juli 2005 verkauft. Im Geschäftsjahr 2004 steuerte Lapistor insgesamt 1,1 Millionen Euro zum Umsatz bei. Im ersten Halbjahr 2005 reduzierte sich dieser Umsatzbeitrag auf 0,5 Millionen Euro. Zu guter Letzt führte auch unser schlechtes Abschneiden im Geschäftsjahr 2004 zu einer gewissen Verunsicherung der Kunden.

AC Research: Warum haben Sie sich von Ihrer Beteiligung an Lapistor getrennt?

Axel Queck: Ausschlaggebend hierfür waren ausschließlich betriebswirtschaftliche Gründe. Die wirtschaftliche Entwicklung dieses Unternehmens blieb hinter unseren Erwartungen zurück.

AC Research: Wurde das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres von Sonderfaktoren beeinflusst?

Axel Queck: Ja und nein. Durch den Verkauf der Lapistor kam es im Rahmen von Trennungskosten und Wertberichtigungen zu einem Sonderaufwand in Höhe von rund 0,6 Millionen Euro. Auf der anderen Seite führte die Beilegung eines Rechtstreites mit einem Lieferanten zu einem Sonderertrag in Höhe von rund 0,6 Millionen Euro. Per Saldo ist das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres somit nicht durch Sonderfaktoren beeinträchtigt worden und spiegelt daher die tatsächliche aktuelle wirtschaftliche Ertragskraft der transtec AG wider.

AC Research: Richten wir nun den Blick nach vorn. Wie schätzen Sie die Marktentwicklung im jetzt laufenden Jahr 2006 ein?

Ertu Uysal: Die Einschätzungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung des deutschen und europäischen IT-Marktes werden von den verschiedenen Forschungsinstituten sehr unterschiedlich beurteilt. Wir gehen allerdings aufgrund unseres bislang noch geringen Marktanteils davon aus, dass wir auch unabhängig von der Gesamtmarktentwicklung auf Kosten anderer Wettbewerber weiter wachsen können.

AC Research: Was macht Sie da so sicher?

Ertu Uysal: Sehen Sie, während die Namen unserer Produkte in der Vergangenheit zumeist nur aus Nummern bestanden, sind wir dazu übergegangen, unseren Produkten nun einprägsame Namen zu geben. Hierdurch konnten wir ein attraktives B-Brand aufbauen und so den Wiedererkennungswert unserer Produkte massiv erhöhen. Dieses Brand wollen wir intensiv vermarkten.

AC Research: Welche Potenziale sehen Sie bei der Vermarktung Ihres eigenen Brands?

Ertu Uysal: Wir sehen hier große Potenziale. Dies haben wir vor allem auf der diesjährigen CeBIT erlebt. Da wir über ein ganzheitliches Produktportfolio verfügen, wurden wir von vielen potenziellen Weiterverkäufern angesprochen, die eventuell unsere Produkte vermarkten möchten. Da die großen A-Brands mittlerweile überdistribuiert sind und von nahezu allen Resellern angeboten werden, müssen die Weiterverkäufer selbst auch Produkte von anderen Unternehmen anbieten, um sich von ihren Wettbewerbern abheben zu können. Wir denken, dass wir aufgrund unseres attraktiven B-Brands hier einer der ersten Ansprechpartner sind.

AC Research: Mit welchen Ergebnissen rechnen Sie auf dieser Grundlage für das nun laufende Geschäftsjahr 2006?

Axel Queck: Wir gehen von einer insgesamt erfreulichen Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr 2006 aus. In Deutschland rechnen wir auch im Zuge der Anfang 2007 anstehenden Mehrwertsteuererhöhung ebenfalls mit einer guten Marktentwicklung. Wachstum sehen wir zudem vor allem in Frankreich, England und Benelux. In Österreich und der Schweiz wollen wir wieder das vor 2 bis 3 Jahren erreichte Niveau erzielen. Insgesamt rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr 2006 mit einem Umsatz zwischen 64 und 65 Millionen Euro und einem deutlich positiven Ergebnis.

AC Research: Vielen Dank für dieses Interview, Herr Queck und Herr Uysal.

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